Herzls Großeltern werden nach Jerusalem umgebettet

BELGRAD/JERUSALEM. Die feierliche Umbettung ist für Mittwoch, 5. August, geplant – genau 77 Jahre nach der Überführung Herzls von Wien nach Jerusalem im Jahr 1949. An der staatlichen Zeremonie wollen Präsident Isaac Herzog und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilnehmen.

Die Initiative geht auf den Vorsitzenden der Zionistischen Weltorganisation, WZO, Jaakov Hagoel, zurück. Gemeinsam mit den serbischen Behörden und der jüdischen Gemeinde in Belgrad setzte er sich über Jahre für die Überführung ein. Das Vorhaben war mehrfach wegen der Sicherheitslage in Israel verschoben worden und kann nun offenbar umgesetzt werden.

Der Schritt hat historische Bedeutung. Herzls Großvater Schimon war als Synagogenvorsteher der sephardischen Gemeinde im damaligen Semlin, heute Zemun, Belgrad, eng mit Rabbiner Jehuda Alkalai verbunden, einem der frühen Vordenker des politischen Zionismus. Historiker sehen in diesem Umfeld einen wichtigen Einfluss auf Herzls spätere zionistische Ideen. Zudem war Schimon Herzl der einzige seiner Geschwister, der trotz familiärer Konversionen am Judentum festhielt.

Mit der Umbettung wird die Familie Herzl auf dem Herzlberg weiter zusammengeführt. Bereits Herzls Eltern wurden 1949 mit Theodor Herzl nach Jerusalem überführt. Seine Kinder Hans und Pauline und sein Enkel Stephen Norman wurden erst Jahrzehnte später dort beigesetzt.

Quelle: Tacheles Schweiz, tachles.ch