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by Jakob

Von den Medien weitestgehend unbeachtet entschied das Executive Board der UNESCO Anfang April 2016 eine besorgniserregende Resolution.  Wir sind von den Organen der UN schon nichts gutes gewohnt, doch diese Entscheidung geht weiter als vieles, das die UN bisher entschieden hat.

Gleich in mehreren Fällen zeigt sich die Resolution nicht nur antizionistisch sondern auch antisemitisch, wie auch das Simon Wiesental Zentrum findet: 

„The officials were outraged that “this anti-Semitic resolution dares to condemn Israeli plans to designate space along the Wall for egalitarian worship – a development to be applauded by champions of women’s and civic rights,” emphasizing that “the claim that Israel planted ‘fake Jewish graves in Muslim cemeteries’ in east Jerusalem is defamatory and amounts to group libel.” (1)

Doch worauf bezieht sich das Zentrum hier? Am 11. April 2016 wurde vom Executive Board der Unesco eine von Algerien, Ägypten, Libanon, Marokko, Oman, Qatar und Sudan eingebrachte Resolution, welche die Verbindung des jüdischen Volkes mit der Klagemauen und religiösen Stätten im Westjordanland in Frage stellt: 

„…as the enforced creation of a new Jewish prayer platform south of the Mughrabi Ascent in Al-Buraq Plaza “Western Wall Plaza”, and the removal of the Islamic remains at the site and reaffirms that no Israeli unilateral measures, shall be taken in conformity with its status and obligations under the Hague Convention…“ (2)

Der arabische Name wird hier als der natürliche Terminus dargestellt, wohingegen indirekt von der so genannten Western Wall Plaza gesprochen wird. Auch wird die Schaffung eines egalitären Gebetsplatzes scharf kritisiert, ein Platz der grade für unsere progressive Bewegung eine enorme Bedeutung hat.

An einer andere Stelle wird Israel vorgeworfen, es würde falsche jüdische Gräber platzieren, um Moslimen eine rituelle Beerdigung unmöglich zu machen. Des weiten würde Israel historische Stätten in „so genannte jüdische Ritualbäder“ umwandeln. Auch hier wird versucht jüdische Wurzeln zu dem Land auszulöschen, weiter noch, jüdische Praktiken an sich werden in Frage gestellt. 

Einen großen Aufschrei gab es auch in Israel wegen einer Stelle, in welcher die Gräber der Patriarchaten und Rachels Grab in Hebron beziehungsweise in Bethlehem als ein „integraler Bestandteil Palästinas“ genannt wird, auch wenn hier tatsächlich arabische und anglisierte jüdische Namen genannt werden. 

„…The two Palestinian sites of Al-Ḥaram Al Ibrāhīmī/Tomb of the Patriarchs in Al- Khalīl/Hebron and the Bilāl Ibn Rabāḥ Mosque/Rachel’s Tomb in Bethlehem.

[The UNESCO Executive Board] Reaffirms that the two concerned sites located in Al-Khalīl/Hebron and in Bethlehem are an integral part of Palestine…“ (3)

Trotzdem werden hier die palästinensischen Verbindungen zu diesen Plätzen gleich zwei mal erwähnt, eine jüdische Verbindung außer durch den Namen nicht weiter erwähnt. Zudem stelle ich mir die Frage, ob es die Sache der UNESCO ist, politischen Verhandlungen vorzugreifen und Staaten irgendwelche Plätze zuzusprechen. 

Gegen Ende des Dokuments kommen noch zwei, für die UN leider typischen Bemerkungen, die trotzdem bemerkenswert sind. 

Zunächst einmal beklagt die UNESCO zutiefst die neue Spirale von Gewalt, welche seit Oktober 2015 in dem Kontext von Aggressionen seitens israelischer Siedler und anderen extremistischen Gruppen gegen palästinensische Bewohner, Schulkinder eingeschlossen entstanden.

„…Deeply deplores the new cycle of violence, since October 2015, in the context of the constant aggressions by the Israeli settlers and other extremist groups against Palestinian residents including schoolchildren, and asks Israel, the Israeli authorities to prevent such aggressions…“

Kein Wort von den 279 Attentate, darunter ein Bombenattentat, welche das israelische Aussenministerium seit Mitte September gezählt  und veröffentlicht hat. (4) Der Grund für die Eskalation der Gewalt: ironischer Weise die Behauptung, dass Israel den Status Quo bezüglich des Tempelbergs brechen würde und so das palästinensische Erbe in Frage Stellen würde:

„…During 2015 we have witnessed an escalation of Israeli attacks against the sanctity of the Al-Aqsa Mosque Compound. Following an incitement campaign led be members of the Israeli Government and founded by both the State of Israel and a number of so-called- non-profit organizations from abroad, thousands of extremist have attempted to change the status quo of the Al-Aqsa Mosque.

With a right-wing extremist Israeli government focusing onturnaig a political question into a religious conflict…“[Publikation des „Negotiation Affairs Department der PLO, Sept. 2015] (5)

So stellt die UNESCO wie andere UN Organisationen die Tatsachen mal wieder auf den Kopf um Israel zu Isolieren. Und damit sich nichts ändert, wurde zum schönen Schluss noch beschlossen, dass man sich das nächste mal doch bitte wieder über Israel unterhalten möge. Da die UN ja sonst keine Themen hat, die über die man mal sprechen könnte. Zum Beispiel über die Lage in Sudan. Oder Algerien. Oder so.

  1. http://www.wiesenthal.com/site/apps/nlnet/content.aspx?c=lsKWLbPJLnF&b=8776547&ct=14843093
  2. http://unesdoc.unesco.org/images/0024/002443/244378e.pdf (Abs. 20, S.3)
  3. http://unesdoc.unesco.org/images/0024/002443/244378e.pdf (Par III, S.5)
  4. http://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Terrorism/Palestinian/Pages/Wave-of-terror-October-2015.aspx
  5. http://www.nad-plo.org/userfiles/file/New%20Publications/Israels_Violations_Jerusalem.pdf

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Jakob